Informationen und Hintergründe
zum Thema Sensitivität und Medialität


von Ralf Manthey ©


DSCI1249

1. Unterscheidung Sensitivität und Medialität

Bevor ich näher auf die Hintergründe, Chancen und Risiken von Sensitivität und Medialität eingehen werde, möchte ich zunächst einmal die beiden Begriffe näher beleuchten:

- Für den Begriff „Sensitivität“ findet man im Duden die Begriffe “Feinfühligkeit” und “Empfindlichkeit”. Die Sensitivität, auf die ich mich im folgenden Text beziehe, hat aber nichts mit der übermäßigen “Empfindlichkeit” eines selbstbezogenen,  emotional labilen und leicht reizbaren Menschen zu tun, sondern steht für eine sehr ausgeprägte Feinfühligkeit bzw. Empfänglichkeit. Umso sensitiver bzw. feinfühliger ein Mensch ist,  umso bewusster und differenzierter  nimmt er die auf ihn einströmenden Informationen und Energien auf und wahr. Eine ausgeprägte Sensitivität zeichnet sich auf der körperlichen Ebene durch ein sehr feines Nervensystem (Hellfühligkeit), auf der emotionalen Ebene durch eine hohe Feinfühligkeit (Empathie) und auf der mentalen Ebene durch ein verfeinertes Bewusstsein  und ein  differenziertes Unterscheidungs- und Erkenntnisvermögen aus

- Der Begriff „Medialität“ leitet sich von dem Begriff „Medium“ ab. Im Fremdwörterbuch findet man für „Medium“ die Begriffe „das Vermittelnde“ und „in der Mitte befindlich“. In der allgemeinen Esoterik wird mit dem Begriff „Medium“ i.d.R. ein Mensch bezeichnet, der „übersinnliche“ Informationen durch Hellhörigkeit (z.B. Stimmen hören), Hellsichtigkeit (z.B. Geister, Farben und Visionen sehen) empfängt und weitergibt. Auch das Empfangen und Weitergeben von Energien z.B. zum Zwecke der Heilung ist ein medialer Vorgang.

Nicht jeder sensitiv veranlagte Mensch weist mediale (übersinnliche) Fähigkeiten auf, genauso wie es medial veranlagte Menschen gibt, die nicht sehr sensitiv sind. Wiederum gibt es Menschen, die sowohl sensitiv als auch medial veranlagt sind.
Die Ursachen für eine erhöhte Sensitivität sind unterschiedlich: spirituell strebende Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens i.d.R.  eine erhöhte Sensitivität (feineres Bewusstsein), andere sind schon seit Geburt sehr sensitiv. Hinzu kommt noch, dass seit vielen Jahrzehnten der spirituelle Einfluss  global auf die gesamte Menschheit stetig zugenommen hat, somit steigt auch die Zahl der sensitiven Menschen an. Damit einher geht auch, dass bei Menschen, die sonst keine medialen Fähigkeiten aufwiesen, plötzlich mediale Phänomene auftreten (wie z.B. Verstorbene sehen und Stimmen hören). Dies führt – ohne entsprechendes Hintergrundwissen –  zu Irritationen.
Wiederum gibt es Menschen, die schon seit ihrer Geburt über mediale (übersinnliche) Fähigkeiten verfügen, ohne aber über eine besonders ausgeprägte hohe Sensitivität  zu verfügen. Bei anderen Menschen sind die medialen Fähigkeiten erst im Laufe ihres Lebens aufgetreten (in der Regel in der Pubertät). Andere Menschen haben bewusst ihre medialen Fähigkeiten aktiviert (z.B. durch esoterische Seminare und Methoden).

1a.  Die niedere und höhere Medialität
Wie bereits erwähnt, wird mit dem Begriff „Medialität“  eigentlich nur der Vorgang der Übermittlung (Empfang und Weitergabe) von übersinnlichen Informationen (und Energien) beschrieben, der Begriff gibt aber keine Auskunft über die Herkunft und Qualität der medialen Inhalte.  Zur besseren Differenzierung ist daher erforderlich die Medialität in eine niedere und höhere Medialität zu unterteilen.
Zur niederen Medialität gehören die Instinkte: wie Vorahnungen, Bauchgefühle und die psychischen Fähigkeiten, wie Hellhören (Stimmen hören/ Hellsichtigkeit: Geister, Verstorbene, Farben und Visionen sehen) Hellfühligkeit (z.B. die atmosphärischen Energien der Umgebung wahrnehmen). Zukunftsvoraussagen und Wahrsagerei (z.B. durch Kartenlegen) wird auch der niederen Medialität zugeordnet.
Zur höheren Medialität gehören die mentalen Fähigkeiten, wie Telepathie (bewusster Empfang der Gedanken der Mitmenschen,  sowie die bewusste Aufnahme Inspirationen und Ideen aus den höheren mentalen Ebenen). Das intuitive Empfangen von höheren geistigen Visionen, Erkenntnissen und unmittelbaren Wissen aus den spirituellen Ebenen wird auch der höheren Medialität zugeordnet. Genau genommen müsste man im letzteren Fall eigentlich nicht von Medialität, sondern von „Intuition“ sprechen.
Jeder Mensch verfügt über (niedere) mediale Fähigkeiten bzw. instinktive und (niedere) psychische Fähigkeiten, denn sie sind das evolutionäre Erbe vergangener Entwicklungsphasen der Menschheit. Wobei die Entwicklung der Instinkte, welche die Menschen mit den Tieren gemein haben, zeitlich am weitesten zurückliegt. Die instinktiven und psychischen Fähigkeiten befinden sich  heute bei den meisten Menschen aber passiv unter der Bewusstseinsschwelle, damit die mentalen und geistigen Fähigkeiten entwickelt werden können, die bei den meisten Menschen noch unterentwickelt sind. Daher ist es aus evolutionärer Sicht auch rückschrittlich und gefährlich, wenn man eigenmächtig und aus selbstsüchtigen Gründen versucht, durch best. esoterische Techniken oder Seminare,  die (niederen) medialen Fähigkeiten (wie z.B. Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit) wieder zu aktivieren. Man öffnet so mediale Kanäle, die eigentlich  geschlossen bleiben sollten. Die negativen Folgen sind oft nicht unerheblich und die “unguten Geister, die man rief“ wird man erfahrungsgemäß nicht so schnell wieder los.
Spirituell orientierte Menschen, die über einen echten, dauerhaften und stabilen Kontakt zu den höheren mentalen und  geistigen Ebenen und den damit verbundenen Fähigkeiten haben, sind eher sehr selten.
In der esoterischen Szene trifft man aber nicht wenige medial veranlagte Menschen bzw. Medien (z.B. mediale Berater, Channel, selbsternannte spirituelle Lehrer etc.), die sich auf Grund ihrer medialen Fähigkeiten für spirituell hoch entwickelt halten. Bei näherer Betrachtung wird aber deutlich, dass die Inhalte ihrer medialen Informationen und Durchsagen (Channelings) zum großen Teil nicht aus den spirituellen Ebenen – wie oft behauptet -, sondern vielmehr aus den niederen medialen Ebenen stammen. Auf Grund von fehlendem Unterscheidungsvermögen und Selbstüberschätzung ist ihnen dies oft aber nicht bewusst. Erfahrungsgemäß folgt aber nach einer Zeit des „Höhenflugs“ dann der „freie Fall“. Hier wird deutlich, dass das Vorhanden sein von medialen bzw. übersinnlichen Fähigkeiten nicht per se mit einer spirituellen Reife gleichzusetzen ist.
Irrtümlicherweise wird von vielen Menschen angenommen, dass es auf dem spirituellen Weg hauptsächlich darum geht, mediale und magische Fähigkeiten zu erwerben . Auch wenn diese Fähigkeiten auf dem spirituellen Weg oft als Begleiterscheinung auftreten und durchaus ihre Berechtigung haben, geht es auf dem ernsthaften spirituellen Weg aber in erster Linie um die (oft sehr herausfordernde) Läuterung der Persönlichkeit, Charakterbildung, die Entwicklung eines gesunden und realistischen Denkvermögens, Herzensqualität und das konsequente Leben von Tugenden.

1b. Eine unkontrollierte und destruktive Sensitivität/ Medialität
Besonders junge und unerfahrene sensitiv veranlagte Menschen, die ungeschützt und grenzenlos die Einflüsse und Informationen ihrer Mitmenschen und Umwelt aufnehmen, entwickeln oft eine unkontrollierte Sensitivität, was nicht selten zu physischen und psychischen Störungen (Krankheiten, Entwicklungsstörungen und Identitätsprobleme) führen kann. Ähnlich verhält es sich mit medial veranlagten Menschen, nur dass diese von übersinnlichen Informationen und Energien überschwemmt werden, die sie oft weder unterscheiden noch kontrollieren können. Medial veranlagte Menschen, die ihre medialen Fähigkeiten bewusst selbstsüchtig und zu missbräuchlichen (unethischen) Zwecken zum Schaden anderer Menschen anwenden, kommen i.d.R. mit negativen medialen Einflüssen in Berührung und entwickeln eine gefährliche destruktive Medialität, deren Auswirkungen sie früher oder später zu Fall bringt  (im Abschnitt 3 werden die negativen Auswirkungen näher behandelt).

Der Lebensgeist der Menschen ist so schwer zu läutern und so leicht zu verschmutzen wie eine Schale Wasser (Zitat von „Lao Tse“)

1c . Eine positive und höhere Medialität/ Sensitivität
Um die unkontrollierte Sensitivität und Medialität in den Griff zu bekommen, hilft es nicht, wenn man diese Fähigkeiten unterdrückt und verleugnet. Die Erfahrung hat gezeigt, dass durch die Ablehnung und Unterdrückung der medialen Fähigkeiten – wie es in orthodoxen kirchlichen Kreisen oft der Fall ist -  sich diese Fähigkeiten dann unbewusst auf unkontrollierte und auf viel gefährlichere Weise Bahn brechen. Daher ist es wichtig, dass man diese Fähigkeiten, auch wenn sie vielleicht unkontrolliert und destruktiv ausgerichtet sind, erst einmal annimmt. Und wenn es einem gelingt, seine sensitiven und medialen Fähigkeiten durch die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit, der Ausbildung eines guten Intellekts (Denk- und Unterscheidungsvermögen) und einer konsequenten ethischen Lebensführung  zu kontrollieren und damit positiv auszurichten, können diese Fähigkeiten durchaus nützlich und wertvoll sein.
Allmählich - und dies ist häufig ein unterschätzter langwieriger Prozess, mit vielen Rückschlägen - werden so die sensitiven und medialen Fähigkeiten immer mehr verfeinert und damit spiritualisiert; und somit die niedere Medialität in eine höhere Medialität bzw. positive Sensitivität umgewandelt.
(im Abschnitt 2 und 6 werden die positive Ausrichtung einer sensitiven und medialen Veranlagung ausführlicher behandelt).


2. Was sind die Merkmale einer „gesunden und positiven Sensitivität bzw. Medialität”?

- man ist sich seiner medialen und sensitiven Fähigkeiten relativ bewusst und hat sie weitgehend unter Kontrolle (und wird nicht mehr in erste Linie durch sie beherrscht).  Man hat sich außerdem mit den Schattenseiten  seiner medialen und sensitiven Veranlagung (wie z.B. den niederen psychischen Fähigkeiten) auseinander gesetzt und weiß wie man sie kontrolliert bzw. eindämmt. 

- man ist gut geerdet bzw. gut im Körper verankert, verfügt über eine gesunde Selbstbehauptung und bewältigt sein Alltagsleben (Beruf, Privat etc.) ohne große Probleme. Man verfügt über eine stabile Psyche, ein liebendes Herz, ein gutes Unterscheidungsvermögen, einen gesunden Menschenverstand und hat Willensstärke entwickelt.

- die medialen Fähigkeiten sind positiv und ethisch ausgerichtet und werden - wenn überhaupt -  nur zum Wohle seiner Mitmenschen eingesetzt. Die Einflüsse der spirituellen (geistigen) Ebene nehmen zu und damit  die eigene spirituelle Entwicklung


3. Was sind die Merkmale einer „unkontrollierten und destruktiven Sensitivität bzw. Medialität”?

- extreme Überempfindlichkeit, starke Nervosität und Reizbarkeit. Z.B. ist man sehr geräuschempfindlich und schreckt beim kleinsten Geräusch zusammen, oder Geräusche verursachen regelrecht körperlichen Schmerz. Sinnliche Eindrücke, wie z.B. Gerüche werden extrem wahrgenommen etc. Durch die extreme Reizempfindlichkeit wird nicht selten die Alltagstauglichkeit herab gesetzt und zunehmend wird die bloße Gegenwart anderer Menschen als belastend empfunden, dies mündet nicht selten in einem übermäßigen Rückzug und der damit verbundenen sozialen Isolation (Sozialphobie).

- ein überaktiver Solarplexus, der sich durch starke Unruhezustände, Kribbeln bis hin zu nervösen Magenproblemen, Bauchspeicheldrüsendysfunktionen, Kreislaufproblemen, Hyperaktivität und Konzentrationsmangel äußern kann

- negative mediale Phänomene und Symptome (z.B. Stimmen hören, Visionen, Verstorbene und Geister sehen etc.) nehmen stark zu und verselbständigen sich, ohne diese kontrollieren zu können. Auf Grund der Überflutung von negativen medialen Einflüssen kann es auch zu regelrechten körperlichen Vergiftungssymptomen kommen, mit der dazu gehörigen Übersäuerung. Andere Symptome sind z.B. Kopfschmerzen (bis hin zu Migräne), dauerhaftes Ohrenrauschen (ähnlich wie beim Tinnitus) verbunden mit einer eingeschränkten Hörfähigkeit, Ohrendruck, körperliche Verspannungen, Kreislaufschwäche und Energieverlust.

- Gefühlschaos, anhaltende negative Gefühle, starke Stimmungsschwankungen, Alpträume, Wahnzustände, Panikattacken, Burnout und Depressionen bis hin zu ernsthaften psychischen Störungen

- mangelnder Kontakt zur physischen Realität bzw. fehlende Erdung
bis hin zur Handlungs- und Lebensunfähigkeit (man hat z.B. das Gefühl, dass das Leben einem entgleitet und der Alltag aus eigener Kraft nicht mehr bewältigt werden kann, mit der damit verbundenen sozialen Isolation, bis hin zur psychischen Störung)

- verzerrte Wahrnehmung der physischen Realität (z.B. fängt die sonst feste Materie vor den Augen an zu flimmern, oder der Boden scheint regelrecht unter den Füßen zu schwanken)

- häufige und anhaltende unkontrollierte Trancezustände; das Gefühl weg zu driften und gar nicht richtig da zu sein, mit den damit verbundenen Bewusstseinstrübungen, Fremdheitsgefühlen, Konzentrationsstörungen und Erinnerungslücken bis hin zu Black-Outs. Aus psychologischer Sicht spricht man dann auch von Dissoziation (Abspaltung).

- Kreislaufprobleme, Erschöpfungszustände und Energieverlust, Dauermüdigkeit, Kraftlosigkeit, obwohl man sich vorher nicht körperlich verausgabt hat



3
a. Was sind die Ursachen einer „unkontrollierten und destruktiven Sensitivität/ Medialität”?

- unkontrollierte und ungeschützte Aufnahm
e von psychisch-emotionalen Einflüssen/ Energien seiner  Mitmenschen.

- der Solarplexus ist das Einfallstor für die kollektiven psychischen (emotionalen) Einflüsse. Ein sehr aktiver, ungeschützter und weit offener Solarplexus ist daher eine wesentliche Ursache für eine unkontrollierte Überflutung psychischer Einflüsse.

- besonders sensitiv veranlagte Menschen wenden Empathie oft auf falsche und schädliche Weise an. Anstatt aus einer gesunden Distanz mitfühlend ihre Mitmenschen wahrzunehmen, nehmen sie die Gefühle ihres  Gegenübers regelrecht (in ihre eigene Aura) auf und identifizieren sich mit ihnen und verlieren sich im Gegenüber. Durch diese ungesunde emotionale und energetische Vermischung können sie dann häufig nicht mehr die eigenen Gefühle von den Gefühlen der Mitmenschen unterscheiden. Dies führt nicht selten zu einer Identitätsschwäche und langfristig sogar zu einem Identitätsverlust - mit den damit verbundenen Entfremdungsgefühlen.

- fehlendes Hintergrundwissen bzw. fehlende fachliche Anleitung und Ausbildung über die Hintergründe und die Risiken einer medialen und sensitiven Veranlagung.

- mangelndes Unterscheidungsvermögen führt dazu, dass man negative und positive mediale und sensitive Beeinflussungen nicht unterscheiden kann

- fehlende Ethik und Missbrauch von medialen Fähigkeiten. Indem man z.B. auf selbstsüchtige Weise seine medialen Fähigkeiten dafür benutzt, um Wissen über andere Menschen zu erlangen (mediales Ausspionieren) oder andere für seine Zwecke zu manipulieren. Dazu gehören auch zwielichtige magische (okkulte) Praktiken. Entsprechend dem Resonanzgesetz („Man erntet , was man gesät hat“) erntet man dann die negativen Folgen.

- willensschwache, passive und labile medial veranlagte Menschen werden dazu neigen, sich von ihren (äußeren) willensstarken Mitmenschen und (inneren) medialen Einflüssen fremd bestimmen und manipulieren zu lassen. Häufig ist ihnen dies aber nicht bewusst.

- lang anhaltende extreme, negative und destruktive Denk- und Verhaltensmuster und emotionale Zustände (wie z.B. Kummer, Selbsthass, Lebensverneinung, Verzweiflung, Zorn, Hass etc.) können langfristig die schützende Aura durchlöchern und so durchlässig für negative mediale Fremdeinflüsse machen. Dass dies selbst verursacht wurde, ist vielen Betroffenen aber oft nicht bewusst und so sehen sich lange als Opfer, ohne die eigentliche Ursache zu verstehen und zu verändern.

- mangelnde Abgrenzungs- und Durchsetzungsvermögen, fehlende Schutzmaßnahmen schwächen die Psyche und damit auch langfristig die psychische Immunität

- übermäßige Beschäftigung mit den medialen Bereichen und Welten kann die Verbindung zur physischen Realität und damit die irdische Verankerung (Erdung) gefährden. Dies geht einher mit dem Verlust von Lebensenergien.

- Unprofessionelle und oberflächliche esoterische Ausbildungen und Seminare und leichtfertiger Umgang mit esoterischen Techniken führen auch zu den oben erwähnten negativen Nebenwirkungen.

- Naivität und Elitedenken. Viele medial veranlagte Menschen, die ihre medialen Fähigkeiten gerade entdeckt haben, stürzen sich euphorisch – ohne viel nachzudenken – in das Abenteuer ihrer medialen Eindrücke und Phänomene (z.B. tolle Visionen,  Stimmen hören), ohne an die Risiken zu denken. Besonders für noch junge Menschen ist die mediale Welt erst einmal viel interessanter als der normale „banale“ Alltag und man fühlt sich mit seinen medialen Fähigkeiten oft auch als etwas Besonderes und aus der Masse herausgehoben. Aber genau diese Haltung öffnet erfahrungsgemäß die Tür für destruktive mediale Fremdeinflüsse.

- extreme Verausgabung und anhaltender Stress können durch den damit verbundenen Verlust der Lebensenergie und die damit verbundene Absenkung der psychischen Widerstandskraft und des natürlichen energetischen Schutzes auch die Ursache für die Zunahme von negativen medialen und sensitiven Symptomen sein
 

- häufig angewendete Trancemethoden (wobei man sich außerhalb des physischen Körpers befindet, z.B. bei Trancereisen etc.) können auch Ursache von negativen Beeinflussungen sein und sogar zur Besessenheit führen

- Alkohol- oder Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit

- schwere Traumata (Sexueller Missbrauch, Gewalt etc.), psychische Störungen und Krankheiten


4. Erste Hilfemaßnahmen und konkrete Hinweise für die positive Entwicklung einer sensitiv-medialen Veranlagung

Bei jedem sensitiven oder medialen Menschen sind die Veranlagung und die damit verbundenen Schwierigkeiten unterschiedlich ausgeprägt. Die richtigen Maßnahmen, um eine „unkontrollierte“ mediale Veranlagung unter Kontrolle zu bringen und positiv auszurichten, können eigentlich nur in einem persönlichen Gespräch erörtert und dann entsprechende individuell angepasste Hinweise gegeben werden. Auch sind gerade am Anfang eine regelmäßige Begleitung und viel Übung hilfreich. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle ein paar allgemeine Hinweise geben, die schon für viele sensitiv und medial Veranlagte nachweislich eine Hilfe waren.
HINWEIS: Die Inhalte dieses Textes beschränken sich nur auf den Bereiche der Sensitivität und Medialität. Daher wird geraten, bei körperlichen und psychischen Störungen vorher immer einen Arzt oder Psychiater zu Rate zu ziehen!


5. Kurzfristige Maßnahmen

Bei akuter sensitiver Reizüberflutung und starken negativen medialen Symptomen sollte man unbedingt umgehend jegliche Form von medialer Betätigung einstellen, bis man die Ursache gefunden hat. Dazu gehört auch, dass man alle esoterischen Methoden, die man aktuell praktiziert, erst einmal für mindestens 3 Monate einstellt, bis die Ursachen mit einem kompetenten Berater geklärt worden sind. Dazu gehören z.B.:
mediale, esoterische, heilerische und energetische Tätigkeiten/ Methoden, Chakrenübungen, Trance-Techniken, Astralreisen, ausgiebige Tagträumerei, Hypnose, automatisches Schreiben, Orakel- und Wahrsagetechniken, Pendeln, Reinkarnationsmetoden (Rückführungen), okkulte und magische Praktiken, ausufernde Meditationsmethoden etc.

- KEINE Drogen (Marihuana, Kokain, Aufputschmittel etc.); auch sollte auf Alkohol verzichtet werden! Davon sind Medikamente, die vom Arzt oder Psychiater verordnet worden, natürlich ausgeschlossen!

- Wer einen spirituell/ religiösen Zugang hat, kann auch Gott um Hilfe bitten. Dies ist aber kein Ersatz für erforderliches eigenes Handeln!


6
. Langfristige Maßnahmen und Hinweise  zur positiven Ausrichtung einer medialen und sensitiven  Veranlagung:

- Erdung. Besonders bei labilen und unerfahrenen medial veranlagten Menschen besteht die Gefahr, dass sie ihren Schwerpunkt zu sehr auf die mediale (psychische) Ebene verlegen und dadurch den Kontakt zum physischen Körper, der physischen Realität bzw. dem konkreten Lebens-Alltag verlieren. Sie leben dann oft in einer Art medialen „Scheinwelt“, welches aber ohne konkrete physische Früchte (Ergebnisse) bleibt und nicht selten sogar zu psychischen Störungen und Krankheiten führen kann (z.B. haben sie dann Entfremdungsgefühle gegenüber ihrem Körper und ihren Mitmenschen). Für diese Menschen ist daher besonders wichtig, dass sie sich gut auf der physischen Ebene erden bzw. verankern. Das Fundament einer guten Erdung besteht in erster Linie darin, dass man in der Lage ist, seine Existenz zu sichern und den konkreten Alltag zu bewältigen. Das gleiche gilt natürlich auch für labile sensitive Menschen. Zur Erdung gehört auch, dass man gut in seinem Körper verankert ist. Gerade, wenn die Gefahr besteht, dass man „abdriftet“, können körperliche Betätigungen einen wieder in den Körper zurück holen und stabilisieren (wie z.B. Sport, Spazierengehen und Garten- und Hausarbeit). Aber auch handwerkliche und kreative Tätigkeiten, wie z.B. Töpfern, Malen und Musizieren, sind hilfreich. Eine andere Methode, um sich in der Realität zu erden ist, wenn man alle Verrichtungen im Alltag bewusst und wachsam ausführt; d.h. Konzentration auf die Gegenwart und auf das, was man unmittelbar zu tun hat. Zur Erdung gehört auch, dass man genügend Schlaf hat, sich gesund ernährt und seine vitalen Kräfte gut einteilt, sich nicht übernimmt und für eine regelmäßige Regeneration sorgt.

- eine starke Persönlichkeit, Willenskraft, Disziplin und Struktur. Die oben beschriebenen passiven und labilen sensitiv und medial veranlagten Menschen leben oft durch die  vielen unkontrolliert aufgenommenen medialen Einflüsse ein fremd bestimmtes Leben und haben dadurch keine oder nur eine schwache eigene Identität/ Persönlichkeit entwickelt. Als ersten Schritt müssen sie daher erst einmal eine eigenständige Persönlichkeit (mit einem eigenen Profil) entwickeln. Sie müssen lernen, sich ihre eigenen Gefühle und Gedanken bewusst zu machen und sie von denen der Mitmenschen zu unterscheiden. Der nächste Schritt ist, dass sie ergründen, wer sie sind, was ihre Stärken und Schwächen sind und was sie in diesen Leben erreichen wollen. Anschließend sollten sie klare (Lebens-)Ziele formulieren und diese auch gegen die äußeren und inneren Einflüsse, gegen die Widrigkeiten des Lebens und eigenen Widerstände, kontinuierlich mit Ausdauer und Disziplin verfolgen. Hierbei ist eine Tagesstruktur (mit Arbeitszeiten, Freizeit etc.) sehr hilfreich. Umso mehr man weiß, was man will (und was man nicht will) und sich in der äußeren physischen Welt behaupten und gesund abgrenzen kann, um so weniger ist man durch übersinnliche medialen Einflüsse manipulierbar.

- Denk- und Unterscheidungsvermögen. Selbst für erfahrene Menschen ist es nicht leicht, die leise intuitive Stimme der geistigen Führung von den eigenen Gedanken, dem Unterbewusstsein und den vielen unterschiedlichen medialen (psychischen) und sensitiven Einflüssen zu unterscheiden. Sehr feinfühlige bzw. empathische Menschen haben oft Schwierigkeiten, ihre eigenen Emotionen und Gedanken von den Emotionen/ Gedanken ihrer Mitmenschen zu unterscheiden; und sie lassen sich schnell von der psychischen Atmosphäre ihres sozialen Umfeldes und willensstarken Menschen beeinflussen.
Medial veranlagte Menschen werden oft von verführerischen, aber trügerischen medialen Einflüssen in die  Irre geführt. Daher ist es so wichtig, dass man besonders mediale Eindrücke (wie z.B. Stimmen hören, innere Visionen/ Bilder) skeptisch betrachtet und kritisch hinterfragt. Man sollte sowieso grundsätzlich keinen Unterschied zwischen Informationen/ Eindrücken, die man physisch sinnlich (was man konkret hört und sieht) oder übersinnlich  (hellhörig, hellsichtig, hellfühlig) empfangen hat, machen. Beides sollte man immer kritisch und sorgfältig auf seinen Wahrheitsgehalt und die Inhalte und Qualität mit seinem gesunden Menschenverstand prüfen.  Dabei sollte man sich auch bewusst sein, dass man für sein Handeln immer selbst verantwortlich ist, egal aus welcher Quelle der Impuls zum Handeln stammt. In dieser Hinsicht ist die Aussage “dies hat mir eine innere Stimme (bzw. meine Geistführung, Engel oder Gott selbst) aufgetragen” ein Zeichen von  Unreife und hat mit eigenverantwortlicher Lebensführung wenig zu tun. Eine echte (seriöse) geistige Führung erteilt keine Befehle oder sagt einem, was man zu tun hat. Vielmehr gibt sie liebevoll vorgebrachte Empfehlungen und überlässt es dem freien Willen des Empfängers, was er daraus macht.
Wer sein Denken und Handeln  auf das Wohl seiner Mitmenschen ausrichtet und daraufhin jeden (inneren und äußeren, sinnlichen und übersinnlichen) Handlungsimpuls überprüft, kann sich so besser vor negativer medialer Beeinflussung schützen.


- Ethik und eine positive und selbstlose Lebensausrichtung. Eine unkontrollierte und negative Medialität, die durch selbstsüchtige und missbräuchliche Anwendung entstanden ist, kann nur durch eine konsequente ethische Ausrichtung in eine positive Medialität umgewandelt werden. Wenn man viel verurteilt und negativ über sich und seine Mitmenschen denkt, öffnet man sich entsprechend dem Resonanzgesetz negativen medialen Einflüssen. Daher ist es so wichtig, dass man an einem friedlichen, positiven und liebevollen Umgang mit sich und seinen Mitmenschen arbeitet. Darüber hinaus ist eine ethische Ausrichtung sehr wichtig. Universale und zeitlose ethische Grundwerte sind z.B. Nächstenliebe, Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Friedfertigkeit etc. Im Buddhismus gibt es einen entscheidenden Grundsatz, der lautet: Füge Niemanden Schaden zu! D.h. für den medial veranlagten Menschen, dass er seine medialen Fähigkeiten nur zum Wohl seiner Mitmenschen und seiner Umwelt einsetzen sollte. Darüber hinaus kann z.B. auch das Ausüben einer ehrenamtlichen Tätigkeit sehr förderlich sein.
Gerade labile sensitiv-medial veranlagte Menschen neigen dazu, besonders die negativen Emotionen und Gedanken ihrer Mitmenschen unkontrolliert wie ein Schwamm aufzunehmen und sich damit zu identifizieren. So werden sie immer negativer und düsterer; was nicht selten mit Depression und langfristig mit einem Burnout Syndrom enden kann; dies wiederum öffnet die Türen für negative mediale Einflüsse. Deswegen ist die Kultivierung einer positiven Lebenshaltung so wichtig. Für eine positive Lebensausrichtung ist es notwendig, dass man seinen Blick immer wieder auf die positiven Seiten des Lebens richtet (ohne das Negative gänzlich zu ignorieren) und Dinge macht, die einem wirklich Freude bereiten. Hierbei kann es hilfreich sein, wenn man seinen Alltag in Bezug auf schädliche und positive Einflüsse überprüft: Welche Situationen und Menschen tun einen gut und welche eher nicht? Welche Aktivitäten rauben einem die Freude und Lebenskraft und was baut einen auf? Dazu gehört auch, dass man z.B. überprüft, welche Fernsehsendungen man sieht, was man isst und welche Bücher man liest. Das Ziel sollte sein, dass man versucht – soweit es in der eigenen Macht steht – die schädlichen Einflüsse einzudämmen; ohne aber den notwendigen Konflikten aus dem Weg zu gehen oder sich gegenüber seinen Mitmenschen abzukapseln. Es geht vielmehr darum, dass das Negative im Leben kein Übergewicht mehr erhält.
Darüber hinaus ist aber auch die Pflege einer dankbaren Haltung dem Leben gegenüber sehr wichtig. Oft hat man zu hohe Ansprüche und vergisst, für die kleinen Dinge und Ereignisse des Lebens dankbar zu sein; oder schaut nur auf das, was gerade nicht so gut läuft. Eine dankbare Haltung dem Leben gegenüber schafft Freude, die man dann wiederum an seine Umwelt abstrahlt und so die Freude wiederum vermehrt anzieht. Hier wirkt dann die Gesetzmäßigkeit: “Worauf man die Aufmerksamkeit lenkt, wird größer!”
Mir hat z.B. das Führen einer regelmäßigen Freudeliste sehr geholfen: Jeden Abend mindestens 5 Punkte notieren, die einem Freude gemacht haben. Z.B. das Lächeln eines Kindes, ein gutes Gespräch, und dass man überhaupt lebt und atmet, eine Wohnung und genug zu Essen hat etc.
Echte und tiefere Freude erlangt man auch, wenn man sich auf selbstlose Weise für seine Mitmenschen einsetzt und Gutes tut.

- Inneren Frieden. Emotionaler Aufruhr und anhaltende Unruhe fördert negative Medialität. Umso friedlicher, ruhiger und ausgeglichener man wird, umso mehr öffnet man sich wiederum für positive mediale Einflüsse. Dies wiederum kann den Zugang zu höheren (spirituellen) Quellen öffnen. Gleichzeitig ist man ein Segen für seine Mitmenschen.  Da besonders die sensitiv veranlagten Menschen viel mehr von ihrer Umgebung an Einflüssen aufnehmen als weniger sensitive Menschen, brauchen sie auch mehr Zeit, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Somit sollten sie ihren Tag so einrichten, dass sie Zeiten für Ruhe und Besinnung haben. Hierbei ist ein reizarmes und harmonisches Zuhause sehr hilfreich. Dazu gehört auch, dass man sich – zumindest im privaten Bereich – nur mit Menschen und Umfeldern umgibt, die einem gut tun.

- Mäßigkeit und eine ausgewogene Lebensführung. Gerade sehr emotional geprägte sensitiv-medial veranlagte Menschen geben sich ihren Emotionen oft unkontrolliert hin und neigen zu einem ausufernden und dramatischen Gefühlsleben. Aber auch im Handeln werden Grenzen dann oft nicht eingehalten und man neigt zu Extremen. Dies kann sich durch Selbstüberschätzung oder dem Gegenpol der Minderwertigkeit ausdrücken. Ausufernde Gefühle und extremes Verhalten führen aber langfristig zur Instabilität und dem Verlust an Lebenskraft. Dies führt wiederum zur Schwächung der Abwehr gegenüber negativen medialen und emotionalen Einflüssen. Daher ist gerade für sensitiv-mediale Menschen ein ausgewogenes und strukturiertes Leben so wichtig. So sollte man in seinen Gefühlsleben und seinem Handeln auf Mäßigkeit achten und Extreme vermeiden.  D.h., dass man täglich seine Gefühle, sein Denken und Handeln auf mögliche Extreme hin überprüft und gegensteuert. In der buddhistischen Lehre findet man viele Anregungen zum Thema „Mäßigkeit“, denn sie gilt als eine der wichtigsten Tugenden auf dem spirituellen Weg.

- Schutzmaßnahmen. In der esoterischen Szene findet man ein reichhaltiges Angebot an Schutzmaßnahmen vor, um sich vor  medialen Übergriffen und Beeinflussungen zu schützen. Erfahrungsgemäß sind die Schutzmaßnahmen aber wirkungslos (oder die Wirkung hält nur kurz an), wenn man seine medialen Fähigkeiten selbstsüchtig und missbräuchlich eingesetzt hat.
Aber es kommt auch vor, dass man negativen medialen Beeinflussungen bzw. Übergriffen ausgesetzt ist, ohne dass man diese durch eigenes grobes Fehlverhalten ausgelöst hat, sondern weil man noch zu unerfahren, zu offen und ungeschützt ist. Erfahrungsgemäß ist die beste Schutzmaßnahme vor negativen medialen Einflüssen, wenn man seine medialen Fähigkeiten zum Wohle seiner Mitmenschen einsetzt und sich ethisch ausrichtet.

- fundiertes Studium. Dieser Text kann nur erste Schritte aufzeigen, wie man eine sensitiv und/oder mediale Veranlagung erdet, kontrolliert und positiv und ausrichtet. Zur Vertiefung des Themas ist es aber ratsam, dass man sich ausführlicher mit dem Thema Medialität und Sensitivität und den Hintergründen beschäftigt.


Das Copyright © für diesen Text hat:
Ralf Manthey
22880 Wedel
Email: ralf-manthey@online.de

Internet: www.ralf-manthey.de

 

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