Hinweise für Eltern und das soziale Umfeld im Umgang            mit sensitiv und medial veranlagten Kindern

von Ralf Manthey ©
 

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HINWEIS: Dieser Text ist eine Ergänzung des Basis-Text Informationen und Hintergründe zum Thema Sensitivität und Medialität. Es empfiehlt sich vorher den Basistext zu lesen, weil man dort  die grundlegenden Hintergründe zum Thema Medialität und Sensitivität erfährt. 

1. Wie äußern sich die sensitiven und medialen Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen?

- Hoch sensitiv veranlagte Kinder und Jugendliche  weisen eine hohe überdurchschnittliche feine und differenzierte Wahrnehmung auf, d.h. sie verfügen über ein sehr feines Nervensystem und eine hohe emotionale Feinfühligkeit (Empathie)  und haben oft auch eine überdurchschnittliche geistige Reife (Intelligenz).

- Eine mediale Veranlagung b
ei Kindern und Jugendlichen äußert sich i.d.R. durch Hellsichtigkeit, z.B. sehen sie Verstorbene, Engel, Naturgeister,  Farben und  haben Visionen (Zukunft und Vergangenheit); durch Hellhörigkeit: sie hören Stimmen (z.B. von Verstorbenen) oder durch Hellfühligkeit: bewusste Wahrnehmung der Emotionen der Mitmenschen und durch Telepathie: sie können die Gedanken der Mitmenschen bewusst wahrnehmen.

2. Woran kann man eine negative Entwicklung einer sensitiven und medialen Veranlagung erkennen?

- unkontrollierte Reizüberflutungen und der damit verbundenen Nervosität und Hyperaktivität

- unkontrollierte, negative mediale Visionen

- Bedrohung durch anhaltende negative Stimmen und (nicht-körperliche) Wesen/ Geister

- mangelnde Erdung und Verankerung im physischen Körper durch übermäßige mediale Betätigung oder durch Flucht in die medialen Welten, umso der herausfordernden physischen Realität und Konflikten zu entfliehen (z.B. ist der unsichtbare „Spielkamerad“ wichtiger als die physischen Menschen aus dem sozialen Umfeld). Dazu gehört auch chronischer Rückzug, soziale Isolierung und Entfremdung von der „physischen Realität“. Diese Kinder und Jugendlich sind dann nicht richtig präsent und wirken oft abwesend.

- starke anhaltende Ängste, häufige Alpträume und psychische Störungen (Energiemangel, Konzentrationsmangel, Entfremdungsgefühle, Lebens-untüchtigkeit, Wahrnehmungsstörungen, Depressionen, Wahngedanken, bis hin zu Suizidgedanken)

- die medialen Fähigkeiten werden auf manipulative, unethische und destruktive Weise eingesetzt, z.B. mit Hilfe von schwarz-magischen  und okkulte Praktiken. Dies gilt besonders für Jugendliche


3. Wie kann man unterstützend mit sensitiv und medial veranlagten Kindern und Jugendlichen umgehen?


- Es ist ganz wichtig, dass die Erwachsenen (Eltern, Erzieher, Lehrer etc.) die bei den Kindern und Jugendlichen auftretenden medialen und sensitiven Fähigkeiten erst einmal ohne Verurteilung und Vorurteile  annehmen! In meiner Tätigkeit als Berater und als Grundschullehrer, Familienhelfer und Erzieher sind mir viele Kinder und Jugendliche begegnet, die sensitive und mediale Veranlagungen aufwiesen; und genauso wie ich, in ihrer unmittelbaren Umgebung (Eltern, Lehrer, Ärzte, Psychologen etc.) auf wenig Verständnis und Unterstützung stieß. Besonders in konservativ und dogmatisch ausgerichteten religiösen Kreisen werden mediale Fähigkeiten teilweise regelrecht „verteufelt“ und als Sünde dargestellt. Nicht wenige dieser Kinder haben daher diese Seite bei sich verleugnet. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass dann irgendwann diese unterdrückte Veranlagung  sich früher oder später unbewusst auf unkontrollierte und negative Weise Bahn bricht und dann nicht selten zu psychischen Störungen führen kann. Ganz zu schweigen davon, dass diese Kinder sich von der Erwachsenenwelt im Stich gelassen fühlen. Lange habe ich mir gewünscht, dass ich schon als Kind eine fachliche Hilfe und Anleitung gehabt hätte, so hätten sicherlich viele Irrwege vermieden werden können.

- Die Eltern sollten möglichst - insofern sie selbst medial und sensitiv veranlagt sind – ihre Fähigkeiten und die Risiken und Chancen gut kennen, kontrollieren können und positiv ausgerichtet haben. Aber auch, wenn sie nicht selbst medial veranlagt sind, ist es gut, wenn sie sich intensiv und auf fundierte Weise mit dem Thema Medialität und Sensitivität auseinander gesetzt haben. Sie können so viel besser auf ihr sensitiv und medial veranlagtes Kind eingehen und – was den gesunden und positiven Umgang mit dieser Veranlagung anbelangt – ein gutes Vorbild sein.

- Werte/ Tugenden: die Erfahrung hat gezeigt, dass durch fehlende Werte und mangelndes Unterscheidungsvermögen zwischen „Gut und Böse“ besonders Jugendliche sich durch missbräuchliche Anwendung ihrer medialen Fähigkeiten in den negativen medialen Ebenen verstricken. Von missbräuchlichen und unethischem Umgang mit medialen Fähigkeiten kann man dann sprechen, wenn ein Jugendlicher z.B. seine medialen Fähigkeiten dazu nutzt, um ungefragt und zu egoistischen Zwecken Informationen über seine Mitmenschen zu erhalten (das wäre so, als wenn man sich heimlich Zugang zu einer Wohnung eines Mitmenschen verschafft und dort die Schubladen, Tagebücher und Ordner durchsucht). Eltern sollten somit ihren Kindern und Jugendlichen altersgemäß beibringen, mit ihren medialen Fähigkeiten und den  damit verbundenen Informationen verantwortlich und ethisch umzugehen. Dies gelingt am besten, wenn Eltern auf moralische Vorträge verzichten und stattdessen entsprechende Werte und Tugenden als praktisches Beispiel vorleben.

- Erdung:
es ist hilfreich, wenn die Eltern selbst gut verankert im Leben sind, mit beiden Beinen mitten im Leben stehen und über einen gesunden Menschenverstand verfügen.
Gerade Kinder, bei denen die medialen Fähigkeiten sehr ausgeprägt sind, brauchen in jungen Jahren eine gute Verankerung in ihren physischen Körper und dieser Welt, da sie oft einen zu losen Kontakt zu ihrem physischen Körper haben. Daher ist es gut, die Kinder schon früh durch körperliche Aktivitäten und der Einbeziehung all ihrer Sinne ein gutes Körpergefühl zu geben. Außerdem sollten die Kinder sich viel in der Natur aufhalten (im Wald, Garten, am Strand etc.). Dazu gehören auch sportliche Betätigungen in Verbindung mit Freude und Kreativität. Im Alltag sollten die Kinder schon früh in den Haushalt und andere Alltagsaktivitäten mit einbezogen werden, damit sie selbständig und Alltags tauglich werden. Die Eltern sollten  ihren Kindern ihre Liebe auch durch Körperkontakt  (z.B. durch Umarmungen, Kuscheln und Toben) vermitteln. Gerade wenn die hoch sensitiven Kinder unruhig und überreizt sind, wirkt ein liebevoller Körperkontakt mehr als tausend Worte. Der Umgang mit einem Tier kann auch hilfreich sein. Übrigens das Leben von Lebensfreude ist die beste Erdung und hilft den medialen Kindern, sich in auf der physischen Ebene wohl zu fühlen und hier gut anzukommen.
 
- Ruhe und Rückzug: sensitiv und medial veranlagte Kinder reagieren intensiver und empfindlicher auf äußere Reize und Einflüsse und es besteht die Gefahr, dass sie in einer lieblosen, aggressiven, angespannten und stressigen Umgebung eine ängstliche Persönlichkeit entwickeln und sich übermäßig zurückziehen oder sich in “mediale Scheinwelten” fliehen. Daher sollten die Eltern ihre Kinder diesbezüglich gut beobachten. Und wenn sie feststellen, dass ihr Kind sich isoliert und oft abwesend, zerfahren und blass wirkt, sollten sie unbedingt gegenlenken (und event. einen erfahrenen Berater hinzuziehen).
Das Zuhause ist für diese Kinder ihr Refugium, wo sie sich von den vielen Eindrücken und Reizen der Welt ausruhen können. Sie brauchen daher viel mehr Ruhe und Rückzug als andere nicht mediale Kinder, weil sie die Eindrücke länger verarbeiten müssen. Sie benötigen dafür ein harmonisches und reizarmes Umfeld. Dazu gehört auch eine harmonische Zimmereinrichtung; und natürlich ein eingeschränkter Gebrauch von elektronischen Medien und Geräten (wie TV, Handy und PC).

- Struktur: für sensitiv-medial veranlagte Kinder ist ein strukturierter Tagesablauf Orientierung und Sicherheit in der sonst doch sehr hektischen und unüberschaubaren Welt. Lernen-, Spiel- und Ruhephasen sollten in Balance gebracht werden. Verbringen Sie oft Zeit mit Ihren Kindern, wo Sie ihnen Ihre ganze Aufmerksamkeit schenken.
 
- Unterscheidungsvermögen und ein gesunder Menschenverstand: fördern Sie altersgemäß einen gesunden und hinterfragenden Verstand und eine selbständige und eigenständige Identität ihres Kindes. Gerade emphatische und sensitive Kinder sind oft sehr leicht beeinflussbar und daher auch manipulierbar (durch ihre Mitmenschen, aber auch innere mediale Einflüsse, wie z.B. “Stimmen hören”). So sollten sie schon früh lernen, sich gesund abzugrenzen und Nein zu sagen. Dazu gehört auch die Entwicklung von Willensstärke, Ausdauer und Zielsetzung.
Auch sollte man seinen medial veranlagten Kinder darauf hinweisen, dass es keinen Unterschied macht, ob man durch eine “innere” mediale Ebene oder durch eine  “äußere” physische Quelle seine Informationen erhält. Entscheidend ist der Inhalt und die Qualität der Informationen. Dafür bedarf es der Entwicklung eines guten Unterscheidungsvermögens und das man jede Information immer kritisch hinterfragt und überprüft.
Kinder und Jugendliche brauchen in dieser Hinsicht noch die besondere Hilfe durch die Erwachsenen, weil sie auf Grund des noch nicht entwickelten Unterscheidungsvermögen und mangelnder Lebenserfahrungen  leichter durch mediale Einflüsse manipulierbar sind.

- Jugendliche, die sich mit ihren psychischen Begabungen von der Gesellschaft unverstanden oder sogar abgelehnt fühlen, könnten als rebellische Gegenreaktion, sich okkulten Sekten, Drogenexperimenten oder schwarz-magischen Praktiken zuwenden. Oft aber auch nur deswegen, um die Grenzen ihrer Fähigkeiten auszuloten. Hier mit Verbot und Moral zu kommen, wäre vollkommen fehl am Platze, da dies erfahrungsgemäß oft nur Trotzreaktionen und Machtkämpfe auslösen. Diese Jugendlichen brauchen vielmehr starke Erwachsene, die über möglichst die gleichen Fähigkeiten verfügen, und die ihnen durch ihr positives Vorbild helfen, einen Platz in der Gesellschaft – ohne Verleugnung ihrer Veranlagung und ohne ihre Fähigkeiten zu missbrauchen - zu finden.

- führen Sie regelmäßig Tagebuch, wo Sie alle Phänomene und Ereignisse, die im Zusammenhang mit den sensitiven und medialen Fähigkeiten Ihres Kindes auftreten, notieren sollten. Diese Notizen könnten über einen längeren Zeitraum interessante Schlussfolgerungen zu Tage bringen. Auch könnten Sie für einen (später) hinzugezogenen Berater/ Fachmann eine wertvolle Hilfe sein. Folgende Fragen wären hilfreich:


- Welche mediale Fähigkeiten stehen im Vordergrund? (z.B. Hellsehen, Hellhören. Hellfühlen etc.)

- Von welchen medialen Phänomenen berichtet Ihnen Ihr Kind konkret? (z.B. Stimmen gehört oder Verstorbene gesehen)

- In welchen Situationen, wann und wo traten die medialen Phänomene auf?

- Wie geht es Ihrem Kind dabei?

- Gab es negative Begleiterscheinungen? Wenn ja, welche?
 
- Bleibt Ihr Kind psychisch stabil oder wird es instabil? 
 
- Was sind die positiven Auswirkungen?


Das Copyright © für diesen Text hat:
Ralf Manthey
22880 Wedel
Email: ralf-manthey@online.de
Internet: www.ralf-manthey.de

 

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