Sensitiv und medial veranlagte Kinder und
Jugendliche - Gefahren und Chancen

von Ralf Manthey ©

DSCI0049


„Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit träumt“
(Zitat von Shakespeare)
 

HINWEIS: zum besseren Verständnis dieses Textes sollte man vorher den Text Informationen und Hintergründe zum Thema Sensitivität und Medialität lesen, der auf dieser Homepage www.ralf-manthey@online.de zu finden ist

Schon als kleines Kind wurde ich mit den Auswirkungen meiner angeborenen medialen Veranlagung konfrontiert; so hörte ich mit 4 Jahren deutlich eine dunkle Männerstimme, obwohl ich (erwiesener Maßen) allein in meinem Kinderzimmer war. Da diese Stimme nicht gerade freundlich war, sondern eher bedrohlich, bat ich die Erwachsenen um Hilfe. Diese lachten mich aber nur aus, denn sie hielten dies fälschlicherweise für bloße kindliche Phantasie.
Hinzu kam noch, dass ich außerdem auch noch sehr sensitiv war und besonders die emotionalen Einflüsse meines sozialen Umfeldes sehr intensiv – wie ein Schwamm - aufnahm. Deswegen bekam ich nicht selten,  wenn ich ungefiltert zu lange den negativen Emotionen meiner Mitmenschen ausgesetzt war, Magenprobleme. Der Hausarzt konnte i.d.R. keine physischen Ursachen finden. Als ich ca. 28 Jahre alt war, wurde ich zum ersten Mal – seit dem medialen Vorfall im Alter von 4 Jahren – wieder mit meiner medialen Veranlagung konfrontiert, indem meine Hellsichtigkeit plötzlich aktiv wurde (ich hatte innere Bilder und Visionen). Da ich aber ansonsten körperlich und psychisch gesund war, war ich nicht allzu besorgt deswegen; vielmehr war ich neugierig und wollte diese Phänomene näher ergründen. So landete ich zunächst in der esoterischen Szene, weil ich dort Menschen mit ähnlichen Fähigkeiten traf. Aber ich erhielt dort keine angemessene Aufklärung über die Risiken einer medialen Veranlagung. So wurde ich bald auch mit den negativen Seiten dieser Veranlagung konfrontiert, da ich meine medialen Fähigkeiten auf negative und unethische Weise gebrauchte. Die Folgen waren: unkontrollierte mediale Eindrücke, Entfremdungsgefühle, Realitätsverlust, Erdungsprobleme und psychische Störungen, und mein Leben wurde immer instabiler. Erst Jahre später traf ich eine erfahrene spirituelle Lehrerin, die mich über die Hintergründe dieser Veranlagung aufklärte und mir beibrachte, diese Veranlagung zu kontrollieren und positiv und ethisch auszurichten.
 

Wie äußern sich die medialen und sensitiven Fähigkeiten i.d.R. bei Kindern?

Evolutionäre und entwicklungspsychologische Hintergründe

Um einem weitverbreiteten Missverständnis vorzubeugen, welchem man oft in esoterischen Kreisen begegnet, möchte ich hier ausdrücklich betonen, dass diese gerade beschriebenen  medialen Fähigkeiten nicht per se mit spirituellen Fähigkeiten/ Qualitäten bzw. mit einer hohen geistigen Reife gleichzusetzen sind!  Zum großen Teil handelt es sich bei den medialen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen um “psychische Fähigkeiten”.
Diese psychischen Fähigkeiten sind bereits in einer weit zurückliegenden evolutionären Phase der Menschheit entwickelt worden, und gehören somit zum evolutionären Erbe der Menschheit. Bei den meisten Menschen befinden sich  diese psychischen Fähigkeiten  aber passiv unter der Bewusstseinsschwelle.
Kinder bis zum Alter von ca. 4 Jahren sind den “jenseitigen (nicht-physischen) Ebenen”, die hellsichtige Menschen aber sehen können,  oft noch näher als der diesseitigen physischen Ebene. So ist es nicht verwunderlich, dass sie Verstorbene und nicht-inkarnierte Wesen/ Geister, aber auch Engel noch sehen können.  Es kommt daher nicht selten vor, dass ein Kind mit einem - für die meisten Erwachsenen nicht sichtbaren - “Spielkameraden” spielt (oder Kontakt zu seinem Schutzengel hat); und dann enttäuscht ist, wenn die Erwachsenen diesen nicht wahrnehmen und es als bloße kindliche “Phantasie” abtun. 
In der Entwicklungspsychologie nennt man das Alter zw. 3 - 5 Jahren auch das Magische Alter. Nach Auffassung der  Psychologen übertragen Kinder in diesem Alter  ihre innere Vorstellungswelt bzw. Phantasie so auf die Wirklichkeit, dass sie ihre Phantasie für „real“ halten und deswegen oft Phantasie und Wirklichkeit nicht voneinander trennen können. Das mag auch in vielen Fällen stimmen, dies gilt aber nicht für die gerade beschriebene mediale Wahrnehmung eines “nicht-sichtbaren Spielkameradens”, der sich zwar auf der “jenseitigen” Ebene befindet, aber trotzdem eine  - wenn auch für viele Menschen nicht sichtbare - Form der Realität darstellt. Daher sollten die  Erwachsenen den Kindern nicht ihre medialen Wahrnehmungen ausreden oder sie sogar für psychisch krank erklären, denn sie können i.d.R. gut die mediale und physische Welt auseinander halten.
Vielleicht wird es einige Erwachsene aber beruhigen, wenn sie wissen, dass bei den meisten Kindern zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr die medialen Fähigkeiten und Phänomene sowieso ganz von allein aufhören und die physische Realität immer mehr in den Vordergrund rückt.
 

Chancen und Gefahren medialer und sensitiver Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen

Bei einigen Kindern bleiben die medialen Fähigkeiten über die frühe Kindheit bis ins Erwachsenenalter oder bis zum Lebensende bestehen (oder sie treten überhaupt erst im Jugend- oder Erwachsenenalter auf). Wenn dies einher geht mit einer gesunden und stabilen physischen, emotionalen und mentalen Entwicklung, ist dies aber relativ unbedenklich. Dies gilt besonders, wenn die medialen Fähigkeiten ethisch ausgerichtet sind und zum Wohl der Mitmenschen und Mitwelt eingesetzt werden.
Trotzdem sollten Eltern die auftretenden medialen Fähigkeiten und die damit verbundenen Auswirkungen ihres Kindes bzw. Jugendlichen sehr genau beobachten. Aus eigener Erfahrung und den vielen Erfahrungsberichten von Eltern und betroffenen Kindern weiß ich, dass nicht selten im Zusammenhang mit den medialen Fähigkeiten,  besonders bei psychisch labilen Kindern, gefährliche Fehlentwicklungen und negative Begleiterscheinungen auftreten, wie z.B.: 

Eltern sollten daher bei anhaltenden negativen Symptomen und Entwicklungen  bezüglich ihrer Kinder den Arzt oder den Psychologen konsultieren, umso  physische und psychische Ursachen bzw. Störungen auszuschließen!
Erst wenn die physischen und psychischen Ursachen behandelt oder ausgeschlossen worden sind, kann es hilfreich sein, einen seriösen Berater oder (spirituellen) Lehrer aufzusuchen, der sich mit den medialen Phänomen und  Hintergründen auskennt. Dieser könnte den Eltern und dem  betroffenen Kind individuell zugeschnittene Hinweise geben, wie die “negativ” entwickelte Medialiät wieder “positiv” ausgerichtet werden kann. Dies kann auch bedeuten, dass dem einem oder anderem Kind und Jugendlichen dringend geraten wird, für eine gewisse Zeit oder sogar dauerhaft seine bisherigen medialen Aktivitäten einzustellen,  umso eine gesunde mentale und geistige Entwicklung überhaupt zu ermöglichen!


Hinweise für Eltern im Umgang mit ihren sensitiv-medialen Kindern und Jugendlichen

Abschließend möchte ich nun ein paar Hinweise geben, wie Eltern ihre sensitiv und medial veranlagten Kinder fördern können:

- Es ist ganz wichtig, dass die Erwachsenen (Eltern, Erzieher, Lehrer etc.) die bei den Kindern und Jugendlichen auftretenden medialen und sensitiven Fähigkeiten erst einmal ohne Verurteilung und Vorurteile  annehmen! In meiner Tätigkeit als Berater und als Grundschullehrer, Familienhelfer und Erzieher sind mir viele Kinder und Jugendliche begegnet, die sensitive und mediale Veranlagungen aufwiesen; und genauso wie ich, in ihrer unmittelbaren Umgebung (Eltern, Lehrer, Ärzte, Psychologen etc.) auf wenig Verständnis und Unterstützung stieß. Besonders in konservativ und dogmatisch ausgerichteten religiösen Kreisen werden mediale Fähigkeiten teilweise regelrecht „verteufelt“ und als Sünde dargestellt. Nicht wenige dieser Kinder haben daher diese Seite bei sich verleugnet. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass dann irgendwann diese unterdrückte Veranlagung  sich früher oder später unbewusst auf unkontrollierte und negative Weise Bahn bricht und dann nicht selten zu psychischen Störungen führen kann. Ganz zu schweigen davon, dass diese Kinder sich von der Erwachsenenwelt im Stich gelassen fühlen. Lange habe ich mir gewünscht, dass ich schon als Kind eine fachliche Hilfe und Anleitung gehabt hätte, so hätten sicherlich viele Irrwege vermieden werden können.

- Die Eltern sollten möglichst - insofern sie selbst medial und sensitiv veranlagt sind – ihre Fähigkeiten und die Risiken und Chancen gut kennen, kontrollieren können und positiv ausgerichtet haben. Aber auch, wenn sie nicht selbst medial veranlagt sind, ist es gut, wenn sie sich intensiv und auf fundierte Weise mit dem Thema Medialität und Sensitivität auseinander gesetzt haben. Sie können so viel besser auf ihr medial veranlagtes Kind eingehen und – was den gesunden und positiven Umgang mit dieser Veranlagung anbelangt – ein gutes Vorbild sein.

- Werte/ Tugenden: die Erfahrung hat gezeigt, dass durch fehlende Werte und mangelndes Unterscheidungsvermögen zwischen „Gut und Böse“ besonders Jugendliche sich durch missbräuchliche Anwendung ihrer medialen Fähigkeiten in den negativen medialen Ebenen verstricken. Von missbräuchlichen und unethischem Umgang mit medialen Fähigkeiten kann man dann sprechen, wenn ein Jugendlicher z.B. seine medialen Fähigkeiten dazu nutzt, um ungefragt und zu egoistischen Zwecken Informationen über seine Mitmenschen zu erhalten (das wäre so, als wenn man sich heimlich Zugang zu einer Wohnung eines Mitmenschen verschafft und dort die Schubladen, Tagebücher und Ordner durchsucht). Eltern sollten somit ihren Kindern und Jugendlichen altersgemäß beibringen, mit ihren medialen Fähigkeiten und den  damit verbundenen Informationen verantwortlich und ethisch umzugehen. Dies gelingt am besten, wenn Eltern auf moralische Vorträge verzichten und stattdessen entsprechende Werte und Tugenden als praktisches Beispiel vorleben.

- Erdung:
es ist hilfreich, wenn die Eltern selbst gut verankert im Leben sind, mit beiden Beinen mitten im Leben stehen und über einen gesunden Menschenverstand verfügen.
Gerade Kinder, bei denen die medialen Fähigkeiten sehr ausgeprägt sind, brauchen in jungen Jahren eine gute Verankerung in ihren physischen Körper und dieser Welt, da sie oft einen zu losen Kontakt zu ihrem physischen Körper haben. Daher ist es gut, die Kinder schon früh durch körperliche Aktivitäten und der Einbeziehung all ihrer Sinne ein gutes Körpergefühl zu geben. Außerdem sollten die Kinder sich viel in der Natur aufhalten (im Wald, Garten, am Strand etc.). Dazu gehören auch sportliche Betätigungen in Verbindung mit Freude und Kreativität. Im Alltag sollten die Kinder schon früh in den Haushalt und andere Alltagsaktivitäten mit einbezogen werden, damit sie selbständig und Alltags tauglich werden. Die Eltern sollten  ihren Kindern ihre Liebe auch durch Körperkontakt  (z.B. durch Umarmungen, Kuscheln und Toben) vermitteln. Gerade wenn die hoch sensitiven Kinder unruhig und überreizt sind, wirkt ein liebevoller Körperkontakt mehr als tausend Worte. Der Umgang mit einem Tier kann auch hilfreich sein. Übrigens das Leben von Lebensfreude ist die beste Erdung und hilft den medialen Kindern, sich in auf der physischen Ebene wohl zu fühlen und hier gut anzukommen.
 
- Ruhe und Rückzug: sensitiv und medial veranlagte Kinder reagieren intensiver und empfindlicher auf äußere Reize und Einflüsse und es besteht die Gefahr, dass sie in einer lieblosen, aggressiven, angespannten und stressigen Umgebung eine ängstliche Persönlichkeit entwickeln und sich übermäßig zurückziehen oder sich in “mediale Scheinwelten” fliehen. Daher sollten die Eltern ihre Kinder diesbezüglich gut beobachten. Und wenn sie feststellen, dass ihr Kind sich isoliert und oft abwesend, zerfahren und blass wirkt, sollten sie unbedingt gegenlenken (und event. einen erfahrenen Berater hinzuziehen).
Das Zuhause ist für diese Kinder ihr Refugium, wo sie sich von den vielen Eindrücken und Reizen der Welt ausruhen können. Sie brauchen daher viel mehr Ruhe und Rückzug als andere nicht mediale Kinder, weil sie die Eindrücke länger verarbeiten müssen. Sie benötigen dafür ein harmonisches und reizarmes Umfeld. Dazu gehört auch eine harmonische Zimmereinrichtung; und natürlich ein eingeschränkter Gebrauch von elektronischen Medien und Geräten (wie TV, Handy und PC).

- Struktur: für sensitiv-medial veranlagte Kinder ist ein strukturierter Tagesablauf Orientierung und Sicherheit in der sonst doch sehr hektischen und unüberschaubaren Welt. Lernen-, Spiel- und Ruhephasen sollten in Balance gebracht werden. Verbringen Sie oft Zeit mit Ihren Kindern, wo Sie ihnen Ihre ganze Aufmerksamkeit schenken.
 
- Unterscheidungsvermögen und ein gesunder Menschenverstand: fördern Sie altersgemäß einen gesunden und hinterfragenden Verstand und eine selbständige und eigenständige Identität ihres Kindes. Gerade emphatische und sensitive Kinder sind oft sehr leicht beeinflussbar und daher auch manipulierbar (durch ihre Mitmenschen, aber auch innere mediale Einflüsse, wie z.B. “Stimmen hören”). So sollten sie schon früh lernen, sich gesund abzugrenzen und Nein zu sagen. Dazu gehört auch die Entwicklung von Willensstärke, Ausdauer und Zielsetzung.
Auch sollte man seinen medial veranlagten Kinder darauf hinweisen, dass es keinen Unterschied macht, ob man durch eine “innere” mediale Ebene oder durch eine  “äußere” physische Quelle seine Informationen erhält. Entscheidend ist der Inhalt und die Qualität der Informationen. Dafür bedarf es der Entwicklung eines guten Unterscheidungsvermögens und das man jede Information immer kritisch hinterfragt und überprüft.
Kinder und Jugendliche brauchen in dieser Hinsicht noch die besondere Hilfe durch die Erwachsenen, weil sie auf Grund des noch nicht entwickelten Unterscheidungsvermögen und mangelnder Lebenserfahrungen  leichter durch mediale Einflüsse manipulierbar sind.

- Jugendliche, die sich mit ihren psychischen Begabungen von der Gesellschaft unverstanden oder sogar abgelehnt fühlen, könnten als rebellische Gegenreaktion, sich okkulten Sekten, Drogenexperimenten oder schwarz-magischen Praktiken zuwenden. Oft aber auch nur deswegen, um die Grenzen ihrer Fähigkeiten auszuloten. Hier mit Verbot und Moral zu kommen, wäre vollkommen fehl am Platze, da dies erfahrungsgemäß oft nur Trotzreaktionen und Machtkämpfe auslösen. Diese Jugendlichen brauchen vielmehr starke Erwachsene, die über möglichst die gleichen Fähigkeiten verfügen, und die ihnen durch ihr positives Vorbild helfen, einen Platz in der Gesellschaft – ohne Verleugnung ihrer Veranlagung und ohne ihre Fähigkeiten zu missbrauchen - zu finden.

- führen Sie regelmäßig Tagebuch, wo Sie alle Phänomene und Ereignisse, die im Zusammenhang mit den sensitiven und medialen Fähigkeiten Ihres Kindes auftreten, notieren sollten. Diese Notizen könnten über einen längeren Zeitraum interessante Schlussfolgerungen zu Tage bringen. Auch könnten Sie für einen (später) hinzugezogenen Berater/ Fachmann eine wertvolle Hilfe sein. Folgende Fragen wären hilfreich:


- Welche mediale Fähigkeiten stehen im Vordergrund? (z.B. Hellsehen, Hellhören. Hellfühlen etc.)

- Von welchen medialen Phänomenen berichtet Ihnen Ihr Kind konkret? (z.B. Stimmen gehört oder Verstorbene gesehen)

- In welchen Situationen, wann und wo traten die medialen Phänomene auf?

- Wie geht es Ihrem Kind dabei?

- Gab es negative Begleiterscheinungen? Wenn ja, welche?
 
- Bleibt Ihr Kind psychisch stabil oder wird es instabil? 
 
- Was sind die positiven Auswirkungen?



Das Copyright © für diesen Text hat:

Ralf Manthey
22880 Wedel
Email: ralf-manthey@online.de
Internet: www.ralf-manthey.de

 

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